Von 12 auf 70.000 Schüler*innen: Die App Camps Story kurz und knapp

, , , , , , , , ,

In diesem Artikel berichten wir, wie App Camps als kleine Organisation 70.000 junge Menschen pro Schuljahr erreicht. Und wir erklären, warum unsere Unterlagen kostenlos sind.

Der erste Schritt: App Summer Camp 2013

Der Anfang ist schnell erzählt: Im Sommer 2013 organisierten wir gemeinsam mit unserer Freundin Marie als Nebenprojekt in Hamburg ein Feriencamp für Schülerinnen. 12 Mädchen programmierten 4 Tage lang Apps und präsentierten die digitalen Produkte ihren Eltern und anderen Besuchern. Nach dem Event kamen immer mehr Anfragen – von Lehrkräften, Schulen, Vereinen, Eltern und Schülern. Weil wir die Veranstaltungen neben unseren normalen Jobs machten, fanden unsere Events vor allem außerhalb der Schule statt, z.B. am Wochenende oder in den Ferien.

Dabei merkten wir zwei Dinge:

  1. Wir erreichen nur wenige Kinder und Jugendliche.
  2. Wir erreichen nur wenige Mädchen und junge Menschen aus sozial benachteiligten Verhältnissen.

Wir wollen aber allen jungen Menschen die Chance geben, digitale Kompetenzen zu lernen. Dazu mussten wir einen Ansatz finden, mit dem wir (1) eine große Reichweite haben und der (2) in der Schule stattfindet. Denn nur dann erreichen wir Kinder und Jugendliche aus allen Teilen der Gesellschaft.

App Camps Gruppenbild

Der nächste Schritt: Act for Impact 2014

Deshalb entwickelten wir ein Konzept, um die Offline-Inhalte digital zur Verfügung zu stellen. Die Idee war ziemlich genau das, was wir über unsere Online-Plattform heute machen: Lehrkräften erhalten Zugriff auf Unterrichtsmaterialien und Informationen zur Vorbereitung.

Mit dieser Idee gewannen wir den Act for Impact Wettbewerb 2014 und gründeten am 17. November 2014 die gemeinnützige Organisation App Camps. In unseren “normalen” Jobs reduzierten wir immer mehr, seit Mitte 2015 arbeiteten Philipp und Diana dann Vollzeit für App Camps.

Die Plattform: Digitale Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte

Wir entwickelten Unterrichtsmaterialien und eine Online-Plattform – zuerst kam der Kurs “App Entwicklung im Unterricht”, danach immer mehr Unterrichtsmaterialien zu digitalen Themen. Aktuell gibt es diese Kurse, wir arbeiten auch schon an neuen Kursen (z.B. Einführung in die Künstliche Intelligenz):

Programmierkurse App Camps

So konnten wir die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die wir mit unseren Unterrichtsmaterialien erreichen, jedes Jahr erhöhen:

Schuljahr 2015/16: 3.500 | Schuljahr 2016/17: 25.000 | Schuljahr 2017/18: 70.000

Kostenloses Unterrichtsmaterial

Der Zugang zu unserer Online-Plattform ist kostenlos. Lehrkräfte und andere Personen aus dem Bildungsbereich müssen sich einmalig dafür registrieren. Alle Personen, die Kindern und Jugendlichen digitale Themen vermitteln wollen, können unsere Online-Plattform verwenden. Der große Teil unserer Nutzer sind Lehrkräfte, es gibt aber auch viele Medienpädagogen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter und andere Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Gemeinsam mit den App Camps Nutzern verbessern wir immer wieder die Unterrichtsmaterialien.

Bei uns finden Lehrkräfte neben den Unterrichtsmaterialien (Videos und Lernkarten) auch Inhalte zur Vorbereitung, Tipps zur Arbeit mit jungen Menschen und Listen mit typischen Fehlern. Wir können über einen Chat auf der Online-Plattform auch bei der Durchführung unterstützen. Es kommt zum Beispiel immer wieder vor, dass wir per Chat einem Lehrer im Klassenzimmer dabei helfen, Probleme zu lösen.

Für uns war von Anfang an klar, dass wir den Zugang zu unserer Online-Plattform nicht verkaufen wollen. Warum? Wir wollen allen Schülerinnen und Schülern Zugang zu Wissen über digitale Themen ermöglichen. Also müssen wir es Lehrkräften so einfach wie möglich machen, unsere Online-Plattform zu nutzen. Wir würden viel weniger Kinder und Jugendliche erreichen, wenn unser Angebot kostenpflichtig wäre.

Zusammenarbeit mit Partnern

Deshalb müssen wir unsere Arbeit anders finanzieren. Schon seit der Gründung arbeiten wir in verschiedenen Projekten mit unterschiedlichen Stiftungen und Unternehmen zusammen. Zum Beispiel:

  • Mit dem Gewinn des Act for Impact Wettbewerbs der Social Entrepreneurship Akademie 2014 war die Vodafone Stiftung unser erster Stiftungspartner.
  • Das Hamburger Unternehmen OTTO gehörte zu den ersten Unterstützern und ist seitdem regelmäßig bei Projekten wie unseren App Summer Camps oder dem Digital Summit dabei.
  • Seit dem unserem Gewinn der Impact Challenge 2016 unterstützt uns die Google Stiftung Google.org. So konnte zum Beispiel unser Mädchen Digital Club in der Zukunftswerkstatt Hamburg stattfinden.
  • Mit der Körber-Stiftung haben wir ein Pilotprojekt in Hamburg durchgeführt und 40 Lehrerinnen und Lehrer befähigt, den Calliope Mini in der Schule einzusetzen. Der Digital Summit 2018 – eine Konferenz für 180 Lehrkräfte aus ganz Deutschland – fand in Zusammenarbeit mit der Körber-Stiftung statt. Die Veranstaltung wird 2019 mit 240 Lehrkräften stattfinden. 
  • Gemeinsam mit der Adobe Foundation konnten wir verschiedene Projekte durchführen, zum Beispiel zur Vermittlung von IT-Kenntnisse an geflüchtete Jugendliche in Hamburg.
  • Für die Initiative Meet & Code haben wir gemeinsam mit dem Haus des Stiftens und SAP ein Train the Trainer Programm entwickelt.
  • Mit Barclaycard haben wir in Hamburg Stadtteilschulen dabei unterstützt, digitale Grundkompetenzen an Kinder und Jugendliche zu vermitteln. Im Schuljahr 2018/19 entwickeln und testen wir gemeinsam mit Barclaycard ein Programm für Abschlussklassen an Stadtteilschulen.
  • Das neueste Projekt führen wir gemeinsam mit der Vector Stiftung durch. Wir entwickeln für das Fach Informatik Kl. 7 in Baden-Württemberg Unterrichtsmaterialien.
  • Außerdem gibt es noch Stiftungen und Unternehmen, die uns bei kleineren Projekten unterstützt haben oder immer noch unterstützen: XING, Smaato, Jimdo, Joachim Herz Stiftung, Next Media Hamburg, Deutsches Kinderhilfswerk, Handelskammer Hamburg, und andere.

Wir sind unabhängig

Auf unsere unterschiedlichen Partner aus der Stiftungslandschaft, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen sind wir sehr stolz. Und vor allem sehr dankbar. Denn ohne sie wären wir heute nicht so weit wie wir sind. Trotzdem sind wir unabhängig: bei der Auswahl und Umsetzung der Inhalte oder der Events die wir organisieren. Welche Tools wir verwenden, welche Themen wir erarbeiten oder mit welchen Partnern wir zusammenarbeiten, entscheiden wir. Mit diesem Selbstbewusstsein sind wir als kleine gemeinnützige Organisation bisher weit gekommen. Und in den nächsten Jahren wollen wir mit unserem tollen Team noch viel mehr junge Menschen erreichen.

App Camp Team

App Summer Camp – die Zukunft mitgestalten

, ,

„Wer programmieren kann, gestaltet die Zukunft“, sagt Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin von Hamburg, und zitiert damit das formulierte Ziel von App Camps. Sie fügt hinzu: „Aber jetzt bin ich gespannt, was ihr entwickelt habt.“ Damit ist der Moment gekommen, auf den die 21 Schülerinnen hingearbeitet haben. Vor ihren Eltern, Freunden und der Politikerin Katharina Fegebank zeigen die Mädchen, welche App sie in unserem dreitägigen „App Summer Camp“ programmiert haben. Auch Google-MitarbeiterInnen haben zugeschaut, denn die Google Zukunftswerkstatt war einer unserer Unterstützer. Für das App Summer Camp durften wir die klimatisierten Räume von Google nutzen.

„Wir sind so stolz auf euch“, ist der häufigste Satz, den wir, genau wie die sieben ehrenamtlichen Mentorinnen, an dem Präsentationstag sagten. Die Mädchen haben es geschafft mit kaum beziehungsweise keinen Vorkenntnissen funktionsfähige Android-Apps mit dem MIT Appinventor umzusetzen.

Die Apps: Von Schulplaner bis Snake-Spiel

Wichtig war uns, dass die Entwicklerinnen ein Ziel formulieren und ein Problem mit der eigenen App lösen. Dementsprechend stammten einige Ideen aus ihrem Alltag. So waren zwei von acht Ideen zum Thema Schule. Ein cleverer Schulplaner (ClevererSchulplaner und Smartplanner), in dem Hausaufgaben gespeichert und Tipps und Tricks angezeigt werden.

Die anderen Teams entwickleten ein eigenes Blumen-Lexikon (MyGarden), zwei Apps mit einer interaktiven Karte mit Sehenswürdigkeiten (CityExplorer und Travelpedia), das ehemalige Nokia-Handy-Spiel „Snake“ (SnakeIt) und eine App zum spielerischen Kuchenbacken (BakeTheCake).

„Das ist wie Puzzeln für Fortgeschrittene“, kommentierte eine Teilnehmerin das Programmieren. Mit dieser Aussage liegt sie gar nicht so falsch. Denn beim Puzzlen müssen die passenden Stücke miteinander verbunden werden und nur mit allen Elementen ergibt sich ein Bild. Vereinfacht gesagt, wirken die einzelnen Befehle und Anweisungen bei der Programmierung genau so. Und am Ende entsteht in unserem Fall optisch eine funktionsfähige App. Im Appinventor sehen die einzelnen Blöcke sogar wie Puzzleteile aus.

Die Vorbereitung: Tag 1 und 2

Um die Grundlagen zu erlernen, haben die Schülerinnen am ersten Tag (25. Juli 2018) einige Apps, zum Beispiel eine Wahrheitskugel- oder eine Zeichen-App nachgebaut. Zur einfachen Einarbeitung, haben sie die App Camps Unterrichtsmaterialien zur App Entwicklung mit dem MIT App Inventor genutzt. Die Mentorinnen haben sie dabei unterstützt.

Standup

Am zweiten Tag stellten die Teilnehmerinnen ihre eigenen App-Ideen in einem einminütigen Pitch vor. Danach konnten sie sich in Teams für eine entscheiden und bekamen eine betreuende Mentorin zur Seite gestellt. Dann starteten sie mit ersten Skizzen, dem letztendlichen Konzept und der Umsetzung.

Die Mentorinnen: Wie wird man Entwicklerin?

Die Wege der ehrenamtlichen Mentorinnen Richtung Programmierung sind sehr unterschiedlich. Am ersten Tag erzählten sie davon und wurden so zum Vorbild. „Wie gut müssen die Noten sein?“, „Was macht ihr damit?“, „Wie seid ihr dahin gekommen?“ – all das waren nur einige Fragen, die die Schülerinnen interessierten.

Einige haben Medieninformatik studiert, eine Medizininformatik, wieder eine andere Journalistik. Häufig durch unbewusste Momente, wie eine Pflichtveranstaltung, entdeckten sie, dass beispielsweise App- oder Web-Entwicklung Spaß macht. Vorab hatten sie dieses Feld für sich aber gar nicht auf dem Schirm – jetzt möchten sie es nicht mehr missen.

Mentorinnen App Summer Camp 2018

Ausblick: Weiter Apps programmieren

Immer wieder fragten uns die begeisterten Teilnehmerinnen, wie es nach dem „App Summer Camp“ weitergehen kann, wenn sie weiter Apps entwickeln möchten. Hier haben alle Interessierten, also vielleicht auch du oder deine Töchter, die Chance, sich auf einen Platz beim Mädchen Digital Club zu bewerben, der im September stattfindet. Außerdem findet im Oktober die Code Week in Hamburg.

Katharina Fegebank App Summer Camp

Katharina Fegebank ist nicht nur Hamburgs Zweite Bürgermeisterin, sondern auch Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung. Sie kennt die Problematik, dass die Entwickler-Szene von Männern dominiert wird. „Es ist ganz wichtig, dass auch Mädchen und junge Frauen programmieren. Damit habt ihr heute einen wichtigen Schritt gemacht.“

Danke für die Unterstützung

An dieser Stelle möchten wir uns auch noch bei den Unterstützern des App Summer Camps bedanken: Otto, Jimdo, Google Zukunftswerkstatt, Smaato, nextmedia Hamburg und XING haben das App Summer Camp finanziell unterstützt. Herzlichen Danke dafür.

Und vielen lieben Dank auch an die großartigen Mentorinnen – tolle Tech Frauen und Rollenmodelle für die Schülerinnen!

Sponsoren App Summer Camp 2018

Credits:

  • Danke an Johanna Daher für diesen Artikel.
  • Bilder: Philipp Knodel, Diana Knodel

 

 

Programmieren lernen beim Girlsday

, , ,

Beim Girls’Day geht es darum, Mädchen Einblicke in Berufe zu geben, in denen bislang wenige Frauen vertreten sind. Wir machen seit vielen Jahren mit und bieten Programmierworkshops an unter dem Motto: „Programmieren lernen beim Girlsday“.

Dieses Jahr haben wir gemeinsam mit Google in Berlin für insgesamt 50 Schülerinnen zwischen 10 und 12 Jahren einen App Workshop angeboten. Nach einer kurzen Einführung und Vorstellung des App Inventors ging es auch direkt los: Die Schülerinnen arbeiteten jeweils zu zweit und haben Katzen miauen und Hunde bellen lassen. Dabei ging es nicht nur ums Programmieren, sondern um wichtige Kompetenzen: Kooperation, Kreativität und Problemlösefähigkeit. Die Schülerinnen hatten viel Spaß – und wir auch! Danke an alle fürs Mitmachen!

Programmieren lernen beim Girlsday

Programmieren lernen beim Girlsday – App Camps in Berlin, Mainz, Stuttgart und Hamburg

Was uns besonders freut: Auch andere Girlsday Anbieter haben mithilfe unserer Unterlagen am 26. April mit Mädchen programmiert. In Hamburg, Berlin und Essen fanden bei verschiedenen Unternehmen ebenfalls Girlsday Veranstaltungen mit unseren Unterlagen statt: Es wurden animierte Grußkarten sowie Spiele in Scratch programmiert und Apps entwickelt.

Ein großes Kompliment für die Unterrichtsinhalte! Die Mädchen (keine Programmiererfahrung) haben bei der Geburtstagskarte Feuer gefangen und die zweite Aufgabe fast selbstständig gelöst.

28 Mädchen entwickeln Apps bei moovel

Moovel hat an drei Standorten zum Girlsday eingeladen und mit Schülerinnen Apps entwickelt.

Im Interview mit Flo erfahrt ihr mehr:

Zunächst interessiert uns: Was macht moovel, wenn ihr nicht gerade einen Girlsday organisiert?

Bei moovel dreht sich alles um die Mobilität in Städten. Mit unserer App helfen wir dir, möglichst schnell und einfach deinen Weg durch die Stadt zu finden.

Wie viele Mädchen haben bei euch am Girlsday teilgenommen?

Bei uns haben ingesamt 28 Mädchen in unseren Büros in Berlin, Hamburg und Stuttgart teilgenommen.

Mit welchen Unterlagen habt ihr gearbeitet?

Wir haben die App-Entwicklung mit dem App Inventor genutzt. Die Teilnehmerinnen haben bei uns als Pairs in Zweiergruppen gearbeitet.Dazu hatten wir ihnen vorab einen Account für den App Inventor vorbereitet. Anhand der Lernkarten haben sie sich dann sehr eigenständig durch das Material arbeiten können. Für Fragen standen wir natürlich jederzeit zur Verfügung.
In etwas weniger als 5 Stunden haben die meisten Gruppen so die ersten 3-4 Aufgaben gelöst und waren auch am Ende noch mit Begeisterung an der Spiele- oder Quiz-App.

Wie hat es den Teilnehmerinnen und euch gefallen?

Alle hatten riesigen Spaß – sowohl die Mädchen wie auch wir. Die Mädchen waren am Ende des Girls’Days enorm stolz selbst Apps entwickelt zu haben, die sie auf ihren eigenen Geräten mit nach Hause nehmen konnten. Wir Erwachsene waren beeindruckt, wie konzentriert und motiviert die Teilnehmerinnen auch am Ende eines langen Tages noch gearbeitet haben.

Fazit: Wir freuen uns sehr, dass unsere Unterrichtsmaterialien mehr und mehr genutzt werden. Natürlich in den Schulen – aber auch darüber hinaus. Danke an alle, die sich für den Nachwuchs engagieren.

Wer sich für unsere Unterrichtsmaterialien interessiert, findet hier geeignete Unterlagen, die kostenlos genutzt werden können:

App Workshop in Südafrika

, , ,

Im Januar 2018 wurden wir an die Saint Mary’s School in Johannesburg eingeladen. Geplant waren eine Lehrerfortbildung für Lehrkräfte der Junior High School und der High School und ein Workshop für Schülerinnen. Zwölf Lehrerinnen und Lehrer nahmen am Teacher Training teil und hatten großen Spaß mit dem App Inventor. Das war mit Sicherheit nicht der letzte App Inventor Einsatz dieser Lehrkräfte!

Lehrergruppe

Am nächsten Tag ging es weiter mit einer Gruppe von zwölf Schülerinnen. An Tag 1 haben sie den App Inventor kennengelernt und erste eigene Apps entwickelt. Natürlich ging es erst mal los mit der berühmten Katzen App. Danach wurde es kreativ: Aus der Katze wurden Einhörner oder kleine Monster. Und einige ganz schnelle Schülerinnen haben sogar eine Wahrheitskugel App programmiert. Wow!

Schuelergruppe

Am nächsten Tag ging es dann mit einem Shuttle in das Google Büro in Johannesburg. Dort wurden wir mit Notizblock und Post-its empfangen. Es drehte sich alles um eigene App Ideen. Diese wurden vorgestellt und als Prototyp auf Papier umgesetzt. Großartige Ideen waren dabei: Von Lernapps bis hin zu Apps, um den Menschen in Kapstadt beim Wassersparen zu helfen. Aktuell herrscht dort ja die größte Wasserkrise der letzten Jahrzehnte. Die Papierprototypen wurden präsentiert und es wurde viel gefragt und viel gelacht.

Ideenvorstellung

Viel zu schnell ging der Workshop zu Ende! Die Begeisterung bleibt aber und es war mit Sicherheit nicht der letzte App Workshop an der Saint Mary’s School!

Danke für die Einladung und die großartigen Tage!

 

Gastbeitrag: App Camps Lehrerfortbildung für Schüler

, , ,

Im Dezember 2017 hat Philipp im Rahmen einer Projektgruppe an einem Gymnasium in Stuttgart eine App Camps Lehrerfortbildung für Schüler durchgeführt. Thema war App Entwicklung im Unterricht. In diesem Gastbeitrag lest ihr die Erfahrungen eines Schülers:

Die App Camps Lehrerfortbildung für Schüler

Heute war Philipp von App Camps bei uns an der Schule und hat uns im Rahmen eines Workshops das Programmieren beigebracht. Diesen Einstieg in das Programmieren gestaltete er in Form eines Unterrichts, wie er ihn Lehrern normalerweise auf Fortbildungen näher bringt. Dadurch waren wir in der Lage, das Prinzip des Unterrichtmodells von App Camps zu verstehen und haben gleichzeitig selbst etwas zum Thema „programmieren“ dazugelernt. Im folgenden erkläre ich den Ablauf einer solchen Unterrichtsstunde, damit du dir ein Bild von dieser Art von Unterricht machen kannst.

Die Unterrichtsstunde beginnt damit, dass die Klasse in einem „Stand-Up Meeting“ – ein Stehkreis vor der Tafel – die Ziele der Unterrichtsstunde gemeinsam bespricht. Das „Stand-Up Meeting“ ist ein Prinzip aus der Programmierwelt, nach dem sich die Entwickler jeden Morgen kurz im Stehen treffen und sich über den Stand ihrer Arbeit an einem gemeinsamen Projekt austauschen.

Nachdem in diesem Stand-Up Meeting das Ziel der Unterrichtsstunde mittels eines Videos gezeigt wird, begeben sich Gruppen von jeweils zwei Schülern gemeinsam an einen PC, um das Vorgegebene zu programmieren. Das Prinzip, dass immer zwei Schüler gemeinsam an einem PC arbeiten, stammt ebenfalls aus der Programmierwelt. Mittels dieses Prinzips ist es möglich, dass die eine Person den Text eintippt und die andere sich auf das Korrekturlesen des Getippten konzentrieren kann. So entstehen weniger Fehler und die Arbeit kann deutlich effizienter vonstatten gehen.Schüler programmieren Apps

Damit die Schüler das Ziel der Stunde erreichen können und die Aufgabe nicht zu schwer ist, wird das Gesamtziel in mehrere Zwischenziele aufgeteilt. Dadurch sind die Schritte verständlicher und das Lernen effektiver. Die Lösung für jedes Zwischenziel ist auf einer Lösungskarte festgehalten. Diese Lösungskarten liegen im Raum und können von den Schülern dann geholt werden, wenn man es für nötig hält, wodurch jeder in seinem Tempo arbeiten kann.

Am Ende der Schulstunde trifft sich die Klasse dann nochmals in einem Stand-Up Meeting vor der Tafel. In dieser Runde stellt dann jeder seinen Fortschritt vor und erklärt kurz, wo er noch Probleme hat oder inwieweit er die Lösung schon weiter entwickelt hat.

Reflektion

Durch den Workshop habe ich einen Einblick in die Welt der Digitalisierung bekommen. Dank App Camps bin ich nun in der Lage, selbst einfache Apps für Handys und Tablets zu programmieren.

Das Prinzip, mit dem der Unterricht gestaltet war, überzeugte mich und ist meiner Meinung nach eine sehr gute Methode, die Themen der Digitalisierung den Schülern näher zu bringen. Da jeder Schüler dadurch in seinem eigenen Tempo lernen kann und durch eine gute „Schritt-für-Schritt-Anleitung“ abgesichert ist, nimmt jeder am Ende der Schulstunde ein Erfolgserlebnis mit aus dem Unterricht mit und entwickelt eventuell sogar ein weiterführendes Interesse für die Themen der Digitalisierung.

Autor: Bananenkanone
Dieser Artikel wurde bereits auf dem Blog des Autors veröffentlicht.

Informatik AG in der Schule: Mit Unterrichtsmaterial von App Camps

, , , , ,

Fynn ist Schüler und hat sich für den Digital Summit in Hamburg angemeldet. Das überraschende daran: Der Digital Summit ist eine Veranstaltung für Lehrkräfte. Das hat uns neugierig gemacht und wir haben nachgefragt. Es hat sich herausgestellt: Fynn bietet eine Informatik AG in der Schule an – als Schüler! Das finden wir super. Wenn du mehr wissen willst, findest du hier ein tolles Interview mit Fynn:

Wer bist du und was machst du?

Ich bin Fynn, 15 Jahre alt und ein Nachwuchsprogrammierer. Ich lebe auf der nördlichsten deutschen Insel, Sylt. Nach meinem Unterricht in der Oberstufe beschäftige ich mich am liebsten mit Programmieren und Lesen. Frische Luft hole ich mir beim Angeln in der Nordsee.

Meine ersten Schritte im Programmieren habe ich mit 13 mit Anleitung von YouTube-Tutorials gemacht. Als meine Mutter mir dann den Link zur Hacker-School in Hamburg schickte, war ich anfangs skeptisch. Danach wusste ich: „Das will ich machen.“ Im Herbst beim Schnupperstudium an der CAU Kiel dachte ich dann: „Eigentlich möchte ich gleich weiter studieren.“ Inzwischen habe ich verschiedene Programmiersprachen ausprobiert.

Du hast uns geschrieben, dass du eine eigene Informatik AG in der Schule organisierst. Wie ist es dazu gekommen?

Nach dem Schnupperstudium habe ich nach Gleichgesinnten gesucht. Da es hier nichts entsprechendes gab, war klar: „Ich will meine Begeisterung mit anderen teilen“ und gründete eine Informatik-AG.

An wen richtet sich die AG und wie läuft die AG typischerweise ab?

An alle Schüler, die Spaß am gemeinsamen Programmieren und Entwickeln haben. Wir treffen uns jeden Donnerstag 2 Stunden im Computerraum der Schule. Entweder bearbeiten wir App Camps Unterlagen oder wir arbeiten an eigenen Ideen.
Für mich ist es dabei eine neue Erfahrung, auch mal der Lehrer zu sein…

Mit welchen App Camps Unterlagen hast du bisher gearbeitet und hast du bereits die Verwendung von weiteren App Camps Kursen in Planung?

Angefangen haben wir mit dem Kurs zu HTML und CSS, da ich auf diesem Gebiet schon Erfahrung gesammelt habe. Um allen einen Einstieg in die Programmierung zu geben, wollen wir in Zukunft den Kurs zum Thema Scratch behandeln und dann mit dem Kurs zur App-Programmierung fortzufahren.

Aktuelle Kursübersicht von App Camps (Stand Januar 2018)

(Anmerkung der Redaktion: Eine Übersicht aller App Camps Unterrichtsmaterialien findest du hier.)

Gibt es andere Unterlagen, die du verwendest und empfehlen kannst?

Die App Camps Unterlagen sind sehr zu empfehlen um einen Einstieg in die einzelnen Themen zu bekommen.
Wer sich jedoch spezifischer mit den Themen auseinander setzen will, kann auf Unterlagen im Internet oder „analoge“ Quellen (Bücher) zugreifen. Mir persönlich gefallen Bücher am besten.

Fynn, 15 Jahre alt, Nachwuchsprogrammierer

Hast du einen Tipps für andere Schüler/innen, die ebenfalls Lust haben, eine Informatik AG in der Schule anzubieten?

Auf jedenfall die Initiative ergreifen und nicht aufgeben! Es ist vorprogrammiert, dass auch mal etwas schiefgeht und man sollte es auf keinen Fall zu „schulisch“ gestalten.

Vielen Dank, lieber Fynn für das Interview. Wir wünschen dir und deiner AG weiterhin viel Spaß mit den App Camps Unterlagen. 


Willst du auch in einer AG oder im regulären Unterricht mit unseren Unterrichtsmaterialien arbeiten?

Hier findest du unsere Themen im Überblick: https://appcamps.de/unterrichtsmaterial/