Von 12 auf 70.000 Schüler*innen: Die App Camps Story kurz und knapp

, , , , , , , , ,

In diesem Artikel berichten wir, wie App Camps als kleine Organisation 70.000 junge Menschen pro Schuljahr erreicht. Und wir erklären, warum unsere Unterlagen kostenlos sind.

Der erste Schritt: App Summer Camp 2013

Der Anfang ist schnell erzählt: Im Sommer 2013 organisierten wir gemeinsam mit unserer Freundin Marie als Nebenprojekt in Hamburg ein Feriencamp für Schülerinnen. 12 Mädchen programmierten 4 Tage lang Apps und präsentierten die digitalen Produkte ihren Eltern und anderen Besuchern. Nach dem Event kamen immer mehr Anfragen – von Lehrkräften, Schulen, Vereinen, Eltern und Schülern. Weil wir die Veranstaltungen neben unseren normalen Jobs machten, fanden unsere Events vor allem außerhalb der Schule statt, z.B. am Wochenende oder in den Ferien.

Dabei merkten wir zwei Dinge:

  1. Wir erreichen nur wenige Kinder und Jugendliche.
  2. Wir erreichen nur wenige Mädchen und junge Menschen aus sozial benachteiligten Verhältnissen.

Wir wollen aber allen jungen Menschen die Chance geben, digitale Kompetenzen zu lernen. Dazu mussten wir einen Ansatz finden, mit dem wir (1) eine große Reichweite haben und der (2) in der Schule stattfindet. Denn nur dann erreichen wir Kinder und Jugendliche aus allen Teilen der Gesellschaft.

App Camps Gruppenbild

Der nächste Schritt: Act for Impact 2014

Deshalb entwickelten wir ein Konzept, um die Offline-Inhalte digital zur Verfügung zu stellen. Die Idee war ziemlich genau das, was wir über unsere Online-Plattform heute machen: Lehrkräften erhalten Zugriff auf Unterrichtsmaterialien und Informationen zur Vorbereitung.

Mit dieser Idee gewannen wir den Act for Impact Wettbewerb 2014 und gründeten am 17. November 2014 die gemeinnützige Organisation App Camps. In unseren “normalen” Jobs reduzierten wir immer mehr, seit Mitte 2015 arbeiteten Philipp und Diana dann Vollzeit für App Camps.

Die Plattform: Digitale Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte

Wir entwickelten Unterrichtsmaterialien und eine Online-Plattform – zuerst kam der Kurs “App Entwicklung im Unterricht”, danach immer mehr Unterrichtsmaterialien zu digitalen Themen. Aktuell gibt es diese Kurse, wir arbeiten auch schon an neuen Kursen (z.B. Einführung in die Künstliche Intelligenz):

Programmierkurse App Camps

So konnten wir die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die wir mit unseren Unterrichtsmaterialien erreichen, jedes Jahr erhöhen:

Schuljahr 2015/16: 3.500 | Schuljahr 2016/17: 25.000 | Schuljahr 2017/18: 70.000

Kostenloses Unterrichtsmaterial

Der Zugang zu unserer Online-Plattform ist kostenlos. Lehrkräfte und andere Personen aus dem Bildungsbereich müssen sich einmalig dafür registrieren. Alle Personen, die Kindern und Jugendlichen digitale Themen vermitteln wollen, können unsere Online-Plattform verwenden. Der große Teil unserer Nutzer sind Lehrkräfte, es gibt aber auch viele Medienpädagogen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter und andere Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Gemeinsam mit den App Camps Nutzern verbessern wir immer wieder die Unterrichtsmaterialien.

Bei uns finden Lehrkräfte neben den Unterrichtsmaterialien (Videos und Lernkarten) auch Inhalte zur Vorbereitung, Tipps zur Arbeit mit jungen Menschen und Listen mit typischen Fehlern. Wir können über einen Chat auf der Online-Plattform auch bei der Durchführung unterstützen. Es kommt zum Beispiel immer wieder vor, dass wir per Chat einem Lehrer im Klassenzimmer dabei helfen, Probleme zu lösen.

Für uns war von Anfang an klar, dass wir den Zugang zu unserer Online-Plattform nicht verkaufen wollen. Warum? Wir wollen allen Schülerinnen und Schülern Zugang zu Wissen über digitale Themen ermöglichen. Also müssen wir es Lehrkräften so einfach wie möglich machen, unsere Online-Plattform zu nutzen. Wir würden viel weniger Kinder und Jugendliche erreichen, wenn unser Angebot kostenpflichtig wäre.

Zusammenarbeit mit Partnern

Deshalb müssen wir unsere Arbeit anders finanzieren. Schon seit der Gründung arbeiten wir in verschiedenen Projekten mit unterschiedlichen Stiftungen und Unternehmen zusammen. Zum Beispiel:

  • Mit dem Gewinn des Act for Impact Wettbewerbs der Social Entrepreneurship Akademie 2014 war die Vodafone Stiftung unser erster Stiftungspartner.
  • Das Hamburger Unternehmen OTTO gehörte zu den ersten Unterstützern und ist seitdem regelmäßig bei Projekten wie unseren App Summer Camps oder dem Digital Summit dabei.
  • Seit dem unserem Gewinn der Impact Challenge 2016 unterstützt uns die Google Stiftung Google.org. So konnte zum Beispiel unser Mädchen Digital Club in der Zukunftswerkstatt Hamburg stattfinden.
  • Mit der Körber-Stiftung haben wir ein Pilotprojekt in Hamburg durchgeführt und 40 Lehrerinnen und Lehrer befähigt, den Calliope Mini in der Schule einzusetzen. Der Digital Summit 2018 – eine Konferenz für 180 Lehrkräfte aus ganz Deutschland – fand in Zusammenarbeit mit der Körber-Stiftung statt. Die Veranstaltung wird 2019 mit 240 Lehrkräften stattfinden. 
  • Gemeinsam mit der Adobe Foundation konnten wir verschiedene Projekte durchführen, zum Beispiel zur Vermittlung von IT-Kenntnisse an geflüchtete Jugendliche in Hamburg.
  • Für die Initiative Meet & Code haben wir gemeinsam mit dem Haus des Stiftens und SAP ein Train the Trainer Programm entwickelt.
  • Mit Barclaycard haben wir in Hamburg Stadtteilschulen dabei unterstützt, digitale Grundkompetenzen an Kinder und Jugendliche zu vermitteln. Im Schuljahr 2018/19 entwickeln und testen wir gemeinsam mit Barclaycard ein Programm für Abschlussklassen an Stadtteilschulen.
  • Das neueste Projekt führen wir gemeinsam mit der Vector Stiftung durch. Wir entwickeln für das Fach Informatik Kl. 7 in Baden-Württemberg Unterrichtsmaterialien.
  • Außerdem gibt es noch Stiftungen und Unternehmen, die uns bei kleineren Projekten unterstützt haben oder immer noch unterstützen: XING, Smaato, Jimdo, Joachim Herz Stiftung, Next Media Hamburg, Deutsches Kinderhilfswerk, Handelskammer Hamburg, und andere.

Wir sind unabhängig

Auf unsere unterschiedlichen Partner aus der Stiftungslandschaft, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen sind wir sehr stolz. Und vor allem sehr dankbar. Denn ohne sie wären wir heute nicht so weit wie wir sind. Trotzdem sind wir unabhängig: bei der Auswahl und Umsetzung der Inhalte oder der Events die wir organisieren. Welche Tools wir verwenden, welche Themen wir erarbeiten oder mit welchen Partnern wir zusammenarbeiten, entscheiden wir. Mit diesem Selbstbewusstsein sind wir als kleine gemeinnützige Organisation bisher weit gekommen. Und in den nächsten Jahren wollen wir mit unserem tollen Team noch viel mehr junge Menschen erreichen.

App Camp Team

Programmieren mit Scratch für geflüchtete Jugendliche

, ,

Seit einigen Monaten lernen geflüchtete Jugendliche in Hamburg Programmieren mit Scratch. In Workshops lernen die Jugendlichen die ersten Schritte des Programmieren mit Scratch und setzen eigene kleine Projekte um.

Großes Interesse der Schulen

Die Idee des Projekts ist einfach: wir besuchen Schulklassen mit geflüchteten Jugendlichen oder außerschulische Gruppen. Wir nutzen die grafische Programmiersprache Scratch. Gründe für diese Programmiersprache gibt es viele. Aber gerade für Anfängerinnen und Anfänger ist diese Programmiersprache toll, weil sie damit schnell Lernerfolge haben.
Gruppenbild Programmieren mit Scratch

Aus verschiedenen Ländern

Die Jugendlichen kommen aus unterschiedlichen Ländern – unter anderem aus Syrien, Afghanistan, Ägypten, Pakistan, Eritrea und Nigeria. Viele von ihnen sind noch nicht sehr lange in Deutschland und lernen erst seit kurzer Zeit die deutsche Sprache. Wir sind in jeder Klasse beeindruckt, wie gut diese Jugendlichen bereits deutsch sprechen und verstehen.

Auch wenn sie aus unterschiedlichen Ländern kommen haben sie eines gemeinsam: Programmieren war für alle am Anfang der Workshops etwas Neues. Und zuerst einmal eine große Herausforderung. Mit den Lernkarten und den Videos aus unserem Scratch Kurs arbeiteten sie sich schnell in das Thema ein. Sie entwickelten viele verschiedene Grußkarten, Spiele und Animationen. Und viele davon in ihren Muttersprachen.

Gruppenbild Programmieren mit Scratch

Förderung durch Adobe

Unser Projekt ist gefördert von Adobe. Jedes Jahr spendet das Unternehmen einen Teil des Gewinns an soziale Projekte. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den jeweiligen Standorten entscheiden, welche sozialen Projekte gefördert werden. Mit dieser Unterstützung organisierten wir bereits im vergangenen Jahr Programmier Workshops mit geflüchteten Jugendlichen. Vielen Dank für die Unterstützung!

Mit diesem Projekt geben wir geflüchteten Jugendlichen die Chance, Themen wie Programmierung auszuprobieren. Auch wenn nicht alle danach weiter programmieren – man kann sich nur für etwas interessieren, wenn man es einmal ausprobiert hat. Und glücklicherweise gibt es in Hamburg für Interessierte viele Möglichkeiten weiterzumachen. Mit App Camps veranstalten wir jedes Jahr ein App Summer Camp, bei der Hacker School und der HABA Digitalwerkstatt finden regelmäßig Kurse statt, und die Code+Design Camps kommen immer wieder in Hamburg vorbei.

Calliope mini Workshop bei der Code Week

, ,

Im Rahmen der Code Week haben wir einen Calliope mini Workshop zum Thema Programmieren lernen angeboten. Für uns war dieser Workshop gleichzeitig ein Test der neuen Unterrichtsmaterialien für Calliope mini mit dem Open Roberta Editor.

Großes Interesse am Calliope mini Workshop

Für die Code Week haben wir in diesem Jahr Kinder ab 8 Jahren dazu eingeladen, die ersten Schritte mit dem Calliope mini mit uns zu machen. Den Eröffnungstag mit vielen Workshops in den Bücherhallen in Hamburg organisierte die Körber-Stiftung. Unser Workshop war schon Wochen vor dem Start der Code Week ausgebucht. Und es kamen sogar noch mehr Teilnehmer, die programmieren lernen wollten. Mit Zusammenrücken konnten mehr als 20 Kinder teilnehmen.

Kinder Workshop Calliope mini

Mädchen und Jungs

Ganz besonders freuen wir uns darüber, dass viele Mädchen im Workshop waren. In 2er-Teams programmierten die Kinder die Calliope mini Geräte. So entstanden kleine Maulwurfspiele, die Mikrocontroller zeigten Namen an und spielten Musik. Weil es im Workshopraum wenig Platz gab, standen viele Eltern davor und schauten durch die Glaswand zu. Die Erwachsenen waren begeistert davon, wie schnell ihre Kinder eigene Anwendungen programmierten.

Kinder programmieren Calliope mini Workshop

Test des NEPO Editors – erfolgreich

Auch für uns war der Workshop spannend. Von uns gibt es Unterrichtsmaterialien für den Calliope mini mit dem NEPO Editor von Open Roberta und dem Microsoft Editor.  Der Workshop bei der Code Week war einer unserer ersten Tests mit dem NEPO Editor. Dieser Editor wird vom Open Roberta Team am Fraunhofer Institut entwickelt. Für uns war der Test der Unterrichtsmaterialien für Calliope mini erfolgreich. Die Kinder konnten sehr schnell mit dem Editor umgehen und hatten richtig viel Spaß damit.
Calliope mini mit dem NEPO-Editor

Unterstützung durch Barclaycard

Bereits seit dem letzten Jahr unterstützen uns regelmäßig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Barclaycard bei Workshops mit Kindern und Jugendlichen. Das hilft uns bei der Durchführung, die Helferinnen und Helfern engagieren sich ehrenamtlich, und die Kinder treffen Rollenmodellen aus der Berufswelt. Auch bei der Code Week hatten wir Unterstützung – Danke dafür!

Calliope mini Hamburg Schule im Fernsehen

,

Wie toll! Ein unserer Calliope mini Hamburg Schulen ist im Fernsehen. Und wenn ihr genau hinschaut, dann entdeckt ihr auch unsere Calliope mini Lernkarten!

Die Klasse 4b hatte statt Mathe Unterricht auf einmal Calliope Unterricht. Und wie es sich anhört, fanden die Schülerinnen und Schüler das auch ganz gut. Zumindest hatten sie viel Spaß bei Schere-Stein-Papier oder beim Verschicken von Herzen!

Wir freuen uns sehr, dass der Calliope mini so gut in den Grundschulen ankommt.

Calliope mini App Camps

 

Schöner hätten wir das, was die Lehrerin im Beitrag sagt, nicht formulieren können:

„Unsere Welt wird immer technischer. Und wir müssen wissen, dass das alles Menschen gewesen sind, die das programmiert haben – und wir können dazu gehören.“

Den Beitrag (ca. 4 Minuten) findet ihr übrigens hier:

http://www.kika.de/timster/videos/video45586.html

Viel Spaß!

50 Calliope Lehrer für Hamburg

,

Juhu! Im April fanden in Hamburg drei Lehrerschulungen zum Thema Calliope mini statt. Insgesamt haben 50 Lehrerinnen und Lehren von Grundschulen, Stadtteilschulen und Gymnasien daran teilgenommen.

Die Schulungen sind Teil des Hamburger Pilotprojekts. Gemeinsam mit der Körber-Stiftung statten wir 20 Schulen in Hamburg mit Calliope Klassensätzen aus. Außerdem gibt es Schulungen und Unterlagen, die im Unterricht genutzt werden können. Unsere Calliope Unterlagen können übrigens auch von allen anderen interessieren Lehrkräften kostenlos genutzt werden.

Bald werden die Geräte geliefert, dann kann es richtig losgehen! 50 Lehrerinnen und Lehrer aus Hamburg freuen sind drauf – wir auch!

Hamburgs erste Calliope mini Klasse

,

Gemeinsam mit der Körber-Stiftung bringen wir Calliope mini nach Hamburg. Dazu entwickeln wir Unterlagen für Schulen und bieten Schulungen für Lehrkräfte an. Die Körber-Stiftung stattet 20 Schulen mit Calliope mini Klassensätzen aus.

Die Klasse 4c der Heinrich-Wolgast-Grundschule durfte als erste Klasse unseren Calliope Kurs testen. In vier Doppelstunden haben die Schülerinnen und Schüler mit dem Calliope mini Lieder komponiert, Spiele entwickelt und sich gegenseitig Nachrichten geschickt.

Danke an die Heinrich-Wolgast-Schule für die tolle Zusammenarbeit! Uns hat der erste Calliope Kurs unglaublich viel Spaß gemacht und wir freuen uns, dass bald noch viele andere Schulen mit dem Calliope mini arbeiten dürfen.

Unsere Kursunterlagen können übrigens auch von allen anderen Schulen genutzt werden, die nicht aus Hamburg sind. Infos dazu gibt es hier.