Von 12 auf 70.000 Schüler*innen: Die App Camps Story kurz und knapp

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In diesem Artikel berichten wir, wie App Camps als kleine Organisation 70.000 junge Menschen pro Schuljahr erreicht. Und wir erklären, warum unsere Unterlagen kostenlos sind.

Der erste Schritt: App Summer Camp 2013

Der Anfang ist schnell erzählt: Im Sommer 2013 organisierten wir gemeinsam mit unserer Freundin Marie als Nebenprojekt in Hamburg ein Feriencamp für Schülerinnen. 12 Mädchen programmierten 4 Tage lang Apps und präsentierten die digitalen Produkte ihren Eltern und anderen Besuchern. Nach dem Event kamen immer mehr Anfragen – von Lehrkräften, Schulen, Vereinen, Eltern und Schülern. Weil wir die Veranstaltungen neben unseren normalen Jobs machten, fanden unsere Events vor allem außerhalb der Schule statt, z.B. am Wochenende oder in den Ferien.

Dabei merkten wir zwei Dinge:

  1. Wir erreichen nur wenige Kinder und Jugendliche.
  2. Wir erreichen nur wenige Mädchen und junge Menschen aus sozial benachteiligten Verhältnissen.

Wir wollen aber allen jungen Menschen die Chance geben, digitale Kompetenzen zu lernen. Dazu mussten wir einen Ansatz finden, mit dem wir (1) eine große Reichweite haben und der (2) in der Schule stattfindet. Denn nur dann erreichen wir Kinder und Jugendliche aus allen Teilen der Gesellschaft.

App Camps Gruppenbild

Der nächste Schritt: Act for Impact 2014

Deshalb entwickelten wir ein Konzept, um die Offline-Inhalte digital zur Verfügung zu stellen. Die Idee war ziemlich genau das, was wir über unsere Online-Plattform heute machen: Lehrkräften erhalten Zugriff auf Unterrichtsmaterialien und Informationen zur Vorbereitung.

Mit dieser Idee gewannen wir den Act for Impact Wettbewerb 2014 und gründeten am 17. November 2014 die gemeinnützige Organisation App Camps. In unseren “normalen” Jobs reduzierten wir immer mehr, seit Mitte 2015 arbeiteten Philipp und Diana dann Vollzeit für App Camps.

Die Plattform: Digitale Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte

Wir entwickelten Unterrichtsmaterialien und eine Online-Plattform – zuerst kam der Kurs “App Entwicklung im Unterricht”, danach immer mehr Unterrichtsmaterialien zu digitalen Themen. Aktuell gibt es diese Kurse, wir arbeiten auch schon an neuen Kursen (z.B. Einführung in die Künstliche Intelligenz):

Programmierkurse App Camps

So konnten wir die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die wir mit unseren Unterrichtsmaterialien erreichen, jedes Jahr erhöhen:

Schuljahr 2015/16: 3.500 | Schuljahr 2016/17: 25.000 | Schuljahr 2017/18: 70.000

Kostenloses Unterrichtsmaterial

Der Zugang zu unserer Online-Plattform ist kostenlos. Lehrkräfte und andere Personen aus dem Bildungsbereich müssen sich einmalig dafür registrieren. Alle Personen, die Kindern und Jugendlichen digitale Themen vermitteln wollen, können unsere Online-Plattform verwenden. Der große Teil unserer Nutzer sind Lehrkräfte, es gibt aber auch viele Medienpädagogen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter und andere Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Gemeinsam mit den App Camps Nutzern verbessern wir immer wieder die Unterrichtsmaterialien.

Bei uns finden Lehrkräfte neben den Unterrichtsmaterialien (Videos und Lernkarten) auch Inhalte zur Vorbereitung, Tipps zur Arbeit mit jungen Menschen und Listen mit typischen Fehlern. Wir können über einen Chat auf der Online-Plattform auch bei der Durchführung unterstützen. Es kommt zum Beispiel immer wieder vor, dass wir per Chat einem Lehrer im Klassenzimmer dabei helfen, Probleme zu lösen.

Für uns war von Anfang an klar, dass wir den Zugang zu unserer Online-Plattform nicht verkaufen wollen. Warum? Wir wollen allen Schülerinnen und Schülern Zugang zu Wissen über digitale Themen ermöglichen. Also müssen wir es Lehrkräften so einfach wie möglich machen, unsere Online-Plattform zu nutzen. Wir würden viel weniger Kinder und Jugendliche erreichen, wenn unser Angebot kostenpflichtig wäre.

Zusammenarbeit mit Partnern

Deshalb müssen wir unsere Arbeit anders finanzieren. Schon seit der Gründung arbeiten wir in verschiedenen Projekten mit unterschiedlichen Stiftungen und Unternehmen zusammen. Zum Beispiel:

  • Mit dem Gewinn des Act for Impact Wettbewerbs der Social Entrepreneurship Akademie 2014 war die Vodafone Stiftung unser erster Stiftungspartner.
  • Das Hamburger Unternehmen OTTO gehörte zu den ersten Unterstützern und ist seitdem regelmäßig bei Projekten wie unseren App Summer Camps oder dem Digital Summit dabei.
  • Seit dem unserem Gewinn der Impact Challenge 2016 unterstützt uns die Google Stiftung Google.org. So konnte zum Beispiel unser Mädchen Digital Club in der Zukunftswerkstatt Hamburg stattfinden.
  • Mit der Körber-Stiftung haben wir ein Pilotprojekt in Hamburg durchgeführt und 40 Lehrerinnen und Lehrer befähigt, den Calliope Mini in der Schule einzusetzen. Der Digital Summit 2018 – eine Konferenz für 180 Lehrkräfte aus ganz Deutschland – fand in Zusammenarbeit mit der Körber-Stiftung statt. Die Veranstaltung wird 2019 mit 240 Lehrkräften stattfinden. 
  • Gemeinsam mit der Adobe Foundation konnten wir verschiedene Projekte durchführen, zum Beispiel zur Vermittlung von IT-Kenntnisse an geflüchtete Jugendliche in Hamburg.
  • Für die Initiative Meet & Code haben wir gemeinsam mit dem Haus des Stiftens und SAP ein Train the Trainer Programm entwickelt.
  • Mit Barclaycard haben wir in Hamburg Stadtteilschulen dabei unterstützt, digitale Grundkompetenzen an Kinder und Jugendliche zu vermitteln. Im Schuljahr 2018/19 entwickeln und testen wir gemeinsam mit Barclaycard ein Programm für Abschlussklassen an Stadtteilschulen.
  • Das neueste Projekt führen wir gemeinsam mit der Vector Stiftung durch. Wir entwickeln für das Fach Informatik Kl. 7 in Baden-Württemberg Unterrichtsmaterialien.
  • Außerdem gibt es noch Stiftungen und Unternehmen, die uns bei kleineren Projekten unterstützt haben oder immer noch unterstützen: XING, Smaato, Jimdo, Joachim Herz Stiftung, Next Media Hamburg, Deutsches Kinderhilfswerk, Handelskammer Hamburg, und andere.

Wir sind unabhängig

Auf unsere unterschiedlichen Partner aus der Stiftungslandschaft, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen sind wir sehr stolz. Und vor allem sehr dankbar. Denn ohne sie wären wir heute nicht so weit wie wir sind. Trotzdem sind wir unabhängig: bei der Auswahl und Umsetzung der Inhalte oder der Events die wir organisieren. Welche Tools wir verwenden, welche Themen wir erarbeiten oder mit welchen Partnern wir zusammenarbeiten, entscheiden wir. Mit diesem Selbstbewusstsein sind wir als kleine gemeinnützige Organisation bisher weit gekommen. Und in den nächsten Jahren wollen wir mit unserem tollen Team noch viel mehr junge Menschen erreichen.

App Camp Team

Scratch – App Camps Unterrichtsmaterialien für forschendes Lernen

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Christine ist Lehrerin an einer kleinen Privatschule in der Schweiz. Kürzlich schrieb sie uns im Chat: „Ein Zweitklässler arbeitet mit dem Lerntool zu Scratch, das funktioniert gut.“. Beim forschenden Lernen wollte der Schüler programmieren lernen und so kamen die Unterrichtsmaterialien von App Camps zum Einsatz. Wenn du mehr wissen willst, findest du hier ein tolles Interview mit Christine aus der Schweiz:

Wer bist du und welche Fächer unterrichtest du?

An der kleinen Privatschule in Winterthur (eine 1.-6. Klasse, insgesamt 30 Schülerinnen und Schüler), an welcher ich unterrichte, findet jeweils mittwochs das „Forschende Lernen“ statt. Jedes Kind, das lesen und schreiben kann, wählt sich ein Thema aus, zu dem es forschen oder zu dem es etwas „tun“ möchte. Im Anschluss an die Bearbeitung präsentiert das Kind die Ergebnisse, beantwortet die Fragen seiner Schulkolleginnen und -kollegen und hört sich das Feedback an. Wir Lehrpersonen coachen die Kinder während des ganzen Prozesses. Immer wieder haben wir auch Schülerinnen und Schüler, welche im „Forschenden Lernen“ programmieren lernen möchten.

Unterrichtsmaterialien für forschendes Lernen

Beim forschenden Lernen geht es nicht um reine Wissensanhäufung. Vielmehr handelt es sich um einen ergebnisoffenen und dynamischen Prozess.

Wie bist du auf App Camps aufmerksam geworden?

Eine Kollegin hat mich auf App Camps hingewiesen.

Wie nutzt du die Unterlagen von App Camps?

Ich habe die Unterlagen zu Scratch ausgedruckt und einem 2. Klässler gegeben, welcher programmieren lernen wollte. Dank dieser Unterlagen lernt er gezielt die wichtigsten Programmiertools kennen.

Unterrichtsmaterialien für forschendes Lernen

Zweitklässler lernt Programmieren mit Unterlagen von App Camps.

Was gefällt dir als Lehrkraft beim Arbeiten mit den Materialien von App Camps besonders?

Weil die Schülerinnen und Schüler zu ganz unterschiedlichen Themen arbeiten, konnten wir einem Kind, das programmieren lernen wollte, bisher nur eine kurze Einführung und ab und zu einige Tipps geben. Dann musste es selber durch „try and error“ versuchen, sich im Scratch-Programm zurechtzufinden. Viele kamen dadurch zwar weit, aber sie verbrauchten viel Zeit und lernten einige Möglichkeiten, die das Programm bietet, nicht kennen. Besonders jüngere Kinder spielten mehr herum als dass sie wirklich Grundlegendes lernten, und wir Lehrpersonen waren immer ein bisschen frustriert, weil wir zu wenig Zeit hatten, ihnen zu helfen. Die Unterlagen von App Camps entdeckte ich nun kürzlich, als ein Zweitklässler eine hübsche Geschichte, die er erfunden und gezeichnet hatte, mit Scratch umsetzen wollte, dabei aber nicht vorwärts kam. Dank dem sorgfältigen Aufbau des Kurses und dem kindgerechten, motivierenden Aufbau kann er sich die Grundlagen von Scratch nun selber beibringen und hat seinen Spass daran.

Was gefällt den SchülerInnen an den Kursen?

Der Zweitklässler kann sehr gut selbstständig mit dem Kurs arbeiten. Die Anleitungen sind verständlich, er lernt viel dabei und die Aufgaben machen ihm Spass – so sehr, dass andere Schüler immer wieder schauen „müssen“, was er gerade programmiert, und unbedingt den Kurs selber machen möchten.

Unterrichtsmaterialien

Aktuelle Übersicht der Unterrichtsmaterialien von App Camps (Stand August 2018)

(Anmerkung der Redaktion: Eine Übersicht aller App Camps Unterrichtsmaterialien findest du hier.)

Gibt es etwas, das dich beim Arbeiten mit den Kursunterlagen überrascht hat?

Überrascht hat mich nichts, ich finde es aber toll, dass sie so sorgfältig aufgebaut und selbsterklärend sind.

Wirst du demnächst erneut einen App Camps-Kurs anbieten?

Ja, klar, sobald ein Schüler/eine Schülerin sich wieder entscheidet, programmieren zu lernen.

Stell dir vor du bist noch Schüler. Welchen Tipp oder Ratschlag würdest du dir dann geben?

Geh Schritt für Schritt vor, experimentiere aber auch und setze das Gelernte in einem eigenen Projekt um.

Vielen Dank, liebe Christine für das Interview. Wir wünschen dir und deinen Schülern weiterhin viel Spaß beim forschenden Lernen und  natürlich auch mit den Unterrichtsmaterialien von App Camps. 


Willst du auch im regulären Unterricht oder beim forschenden Lernen mit unseren Unterrichtsmaterialien arbeiten?

Hier findest du unsere Themen im Überblick: https://appcamps.de/unterrichtsmaterial/

Programmieren lernen beim Girlsday

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Beim Girls’Day geht es darum, Mädchen Einblicke in Berufe zu geben, in denen bislang wenige Frauen vertreten sind. Wir machen seit vielen Jahren mit und bieten Programmierworkshops an unter dem Motto: „Programmieren lernen beim Girlsday“.

Dieses Jahr haben wir gemeinsam mit Google in Berlin für insgesamt 50 Schülerinnen zwischen 10 und 12 Jahren einen App Workshop angeboten. Nach einer kurzen Einführung und Vorstellung des App Inventors ging es auch direkt los: Die Schülerinnen arbeiteten jeweils zu zweit und haben Katzen miauen und Hunde bellen lassen. Dabei ging es nicht nur ums Programmieren, sondern um wichtige Kompetenzen: Kooperation, Kreativität und Problemlösefähigkeit. Die Schülerinnen hatten viel Spaß – und wir auch! Danke an alle fürs Mitmachen!

Programmieren lernen beim Girlsday

Programmieren lernen beim Girlsday – App Camps in Berlin, Mainz, Stuttgart und Hamburg

Was uns besonders freut: Auch andere Girlsday Anbieter haben mithilfe unserer Unterlagen am 26. April mit Mädchen programmiert. In Hamburg, Berlin und Essen fanden bei verschiedenen Unternehmen ebenfalls Girlsday Veranstaltungen mit unseren Unterlagen statt: Es wurden animierte Grußkarten sowie Spiele in Scratch programmiert und Apps entwickelt.

Ein großes Kompliment für die Unterrichtsinhalte! Die Mädchen (keine Programmiererfahrung) haben bei der Geburtstagskarte Feuer gefangen und die zweite Aufgabe fast selbstständig gelöst.

28 Mädchen entwickeln Apps bei moovel

Moovel hat an drei Standorten zum Girlsday eingeladen und mit Schülerinnen Apps entwickelt.

Im Interview mit Flo erfahrt ihr mehr:

Zunächst interessiert uns: Was macht moovel, wenn ihr nicht gerade einen Girlsday organisiert?

Bei moovel dreht sich alles um die Mobilität in Städten. Mit unserer App helfen wir dir, möglichst schnell und einfach deinen Weg durch die Stadt zu finden.

Wie viele Mädchen haben bei euch am Girlsday teilgenommen?

Bei uns haben ingesamt 28 Mädchen in unseren Büros in Berlin, Hamburg und Stuttgart teilgenommen.

Mit welchen Unterlagen habt ihr gearbeitet?

Wir haben die App-Entwicklung mit dem App Inventor genutzt. Die Teilnehmerinnen haben bei uns als Pairs in Zweiergruppen gearbeitet.Dazu hatten wir ihnen vorab einen Account für den App Inventor vorbereitet. Anhand der Lernkarten haben sie sich dann sehr eigenständig durch das Material arbeiten können. Für Fragen standen wir natürlich jederzeit zur Verfügung.
In etwas weniger als 5 Stunden haben die meisten Gruppen so die ersten 3-4 Aufgaben gelöst und waren auch am Ende noch mit Begeisterung an der Spiele- oder Quiz-App.

Wie hat es den Teilnehmerinnen und euch gefallen?

Alle hatten riesigen Spaß – sowohl die Mädchen wie auch wir. Die Mädchen waren am Ende des Girls’Days enorm stolz selbst Apps entwickelt zu haben, die sie auf ihren eigenen Geräten mit nach Hause nehmen konnten. Wir Erwachsene waren beeindruckt, wie konzentriert und motiviert die Teilnehmerinnen auch am Ende eines langen Tages noch gearbeitet haben.

Fazit: Wir freuen uns sehr, dass unsere Unterrichtsmaterialien mehr und mehr genutzt werden. Natürlich in den Schulen – aber auch darüber hinaus. Danke an alle, die sich für den Nachwuchs engagieren.

Wer sich für unsere Unterrichtsmaterialien interessiert, findet hier geeignete Unterlagen, die kostenlos genutzt werden können:

Informatik AG in der Schule: Mit Unterrichtsmaterial von App Camps

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Fynn ist Schüler und hat sich für den Digital Summit in Hamburg angemeldet. Das überraschende daran: Der Digital Summit ist eine Veranstaltung für Lehrkräfte. Das hat uns neugierig gemacht und wir haben nachgefragt. Es hat sich herausgestellt: Fynn bietet eine Informatik AG in der Schule an – als Schüler! Das finden wir super. Wenn du mehr wissen willst, findest du hier ein tolles Interview mit Fynn:

Wer bist du und was machst du?

Ich bin Fynn, 15 Jahre alt und ein Nachwuchsprogrammierer. Ich lebe auf der nördlichsten deutschen Insel, Sylt. Nach meinem Unterricht in der Oberstufe beschäftige ich mich am liebsten mit Programmieren und Lesen. Frische Luft hole ich mir beim Angeln in der Nordsee.

Meine ersten Schritte im Programmieren habe ich mit 13 mit Anleitung von YouTube-Tutorials gemacht. Als meine Mutter mir dann den Link zur Hacker-School in Hamburg schickte, war ich anfangs skeptisch. Danach wusste ich: „Das will ich machen.“ Im Herbst beim Schnupperstudium an der CAU Kiel dachte ich dann: „Eigentlich möchte ich gleich weiter studieren.“ Inzwischen habe ich verschiedene Programmiersprachen ausprobiert.

Du hast uns geschrieben, dass du eine eigene Informatik AG in der Schule organisierst. Wie ist es dazu gekommen?

Nach dem Schnupperstudium habe ich nach Gleichgesinnten gesucht. Da es hier nichts entsprechendes gab, war klar: „Ich will meine Begeisterung mit anderen teilen“ und gründete eine Informatik-AG.

An wen richtet sich die AG und wie läuft die AG typischerweise ab?

An alle Schüler, die Spaß am gemeinsamen Programmieren und Entwickeln haben. Wir treffen uns jeden Donnerstag 2 Stunden im Computerraum der Schule. Entweder bearbeiten wir App Camps Unterlagen oder wir arbeiten an eigenen Ideen.
Für mich ist es dabei eine neue Erfahrung, auch mal der Lehrer zu sein…

Mit welchen App Camps Unterlagen hast du bisher gearbeitet und hast du bereits die Verwendung von weiteren App Camps Kursen in Planung?

Angefangen haben wir mit dem Kurs zu HTML und CSS, da ich auf diesem Gebiet schon Erfahrung gesammelt habe. Um allen einen Einstieg in die Programmierung zu geben, wollen wir in Zukunft den Kurs zum Thema Scratch behandeln und dann mit dem Kurs zur App-Programmierung fortzufahren.

Aktuelle Kursübersicht von App Camps (Stand Januar 2018)

(Anmerkung der Redaktion: Eine Übersicht aller App Camps Unterrichtsmaterialien findest du hier.)

Gibt es andere Unterlagen, die du verwendest und empfehlen kannst?

Die App Camps Unterlagen sind sehr zu empfehlen um einen Einstieg in die einzelnen Themen zu bekommen.
Wer sich jedoch spezifischer mit den Themen auseinander setzen will, kann auf Unterlagen im Internet oder „analoge“ Quellen (Bücher) zugreifen. Mir persönlich gefallen Bücher am besten.

Fynn, 15 Jahre alt, Nachwuchsprogrammierer

Hast du einen Tipps für andere Schüler/innen, die ebenfalls Lust haben, eine Informatik AG in der Schule anzubieten?

Auf jedenfall die Initiative ergreifen und nicht aufgeben! Es ist vorprogrammiert, dass auch mal etwas schiefgeht und man sollte es auf keinen Fall zu „schulisch“ gestalten.

Vielen Dank, lieber Fynn für das Interview. Wir wünschen dir und deiner AG weiterhin viel Spaß mit den App Camps Unterlagen. 


Willst du auch in einer AG oder im regulären Unterricht mit unseren Unterrichtsmaterialien arbeiten?

Hier findest du unsere Themen im Überblick: https://appcamps.de/unterrichtsmaterial/

 

 

Warum programmieren lernen mit Scratch?

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Wer sich mit dem Thema Programmieren lernen beschäftigt, landet schnell bei der Programmiersprache Scratch. In diesem Artikel erklären wir was das ist.

Was ist Scratch?

Scratch ist eine grafische Programmiersprache. Mit Scratch können Kinder und Jugendliche einfache Anwendungen programmieren. Dazu ordnen sie einfach farbige Blöcke in der richtigen Reihenfolge an. So entstehen einfache Anwendungen wie zum Beispiel Spiele oder Animationen. Auf der Website des MIT gibt es eine große Übersicht an Projekten, die Kinder und Jugendliche programmiert haben.

Image of the Scratch Landing Page

Das Media Lab am Massachussettes Institute of Technology (MIT) entwickelt die Programmiersprache. Leiter des Instituts ist Mitch Resnick, er ist Professor für Lernforschung. In einem tollen TED Talk mit dem Titel “Let’s teach kids how to code” erklärt Mitch Resnick, warum Kinder programmieren lernen sollten: Kinder müssen Technologien nicht nur bedienen, sondern auch selbst Sachen entwickeln und eigene Ideen umsetzen.

Grafische Programmierung

Zum Programmieren ordnet man bunte Puzzleteile in der richtigen Reihenfolge an. Das nennt sich grafische Programmierung. In den USA setzten mittlerweile viele Universitäten grafische Programmierung ein. In diesem Video erklärt Professor Dan Garcia von der University of California (Berkeley) die Vorteile grafischer Programmierung.

Der große Vorteil der grafischen Programmierung ist, dass keine Syntax Fehler entstehen. Der Programmier-Code muss nicht eingetippt werden, deshalb gibt es auch weniger Fehler. Viele Tools , die grafische Programmierung nutzen, sind intuitiv und einfach zu verstehen. So haben auch junge Menschen und Personen mit geringen Computerkenntnissen schnell Erfolgserlebnisse.

Ab welcher Altersstufe?

Das MIT empfiehlt Scratch für Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 16 Jahren. Wenn Erwachsene unterstützen, können auch jüngere Kinder gut mit Scratch arbeiten. Mit Scratch bekommen Kinder und Jugendliche Einblicke in das Thema Programmierung. Sie können sehr schnell einfache Anwendungen programmieren und eigene Ideen umsetzen. Sie lernen aber auch  auch Konzepte der Informatik kennen – zum Beispiel Listen, Variablen oder Schleifen.

Image of Visual Programming Language

Wir sind große Fans dieser Programmiersprache und können sie absolut empfehlen. Gerade für den Einsatz in der Schule ist diese grafische Programmiersprache sehr gut geeignet. Es gibt dazu auch verschiedene Unterrichtsmaterialien. Zum Beispiel:

Und was kommt danach? Unser Tipp: App Entwicklung mit dem App Inventor des MIT. Auch dazu haben wir kostenlose Unterlagen entwickelt.

Scratch im WAT Unterricht in Berlin

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Ein tolles Projekt: 15 Lehramtsstudierende der TU Berlin haben in den vergangenen Monaten an fünf Berliner Schulen mit den App Camps Scratch Unterlagen eigene Projekte durchgeführt. Scratch im WAT Unterricht klappt super – aber auch in anderen Fächern kann man Scratch sehr gut einbinden. Mit der grafischen Programmierumgebung haben die Schülerinnen und Schüler Unterwasserwelten mit Fischen und Tauchern programmiert, Geburtstagskarten animiert und Quiz Spiele entwickelt. Die Ergebnisse sind großartig und die Kinder hätten am liebsten noch lange weiterprogrammiert.

Scratch im WAT Unterricht

Am 21. Juli haben die fünf Studententeams der TU Berlin von ihren Erfahrungen berichtet und die Ergebnisse öffentlich vorgestellt. Sie haben sich auch neue Scratch Anwendungen ausgedacht und Lernkarten entwickelt: Zum Beispiel ein Werkstatt Quiz, ein Ernährungsquiz oder einen Exit Room. Alles Anwendungen, die bestens für das Fach WAT (Wirtschaft-Arbeit-Technik) geeignet sind.

Besonders freut uns, dass die Schulen, die Glück hatten und eine Studentengruppe zu Besuch hatten, so begeistert waren, dass sie Scratch weiterhin anbieten wollen. Die erste Schule hat sogar direkt Scratch im Rahmen der Projekttage eingesetzt. Großartig! Wenn das mal nicht ein toller Erfolg ist!

Ein besonderer Dank gilt auch der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, die im Rahmen der Ausschreibung Coding in die Bildung das Projekt unterstützt hat.

Weitere Infos und Links zu Scratch:

  • Mehr zu den Scratch Unterlagen von App Camps erfährst du hier.
  • Infos zu Scratch findest du hier.