Künstliche Intelligenz im Unterricht

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Unterricht ist ein heiß diskutiertes Thema. Viele Lehrkräfte und Schulen sehen in KI eine Möglichkeit, den Unterricht zu modernisieren und den SchülerInnen eine bessere Lernerfahrung zu bieten. Aber was bedeutet KI im Unterricht genau? KI im Unterricht bezieht sich auf die Verwendung von Technologien, die es LehrerInnen ermöglichen, den Unterricht zu personalisieren und die Lernerfahrung zu verbessern. Diese Technologien können eine Vielzahl von Funktionen erfüllen, von der Unterstützung bei der Erstellung von Lernplänen bis hin zur Unterstützung bei der Bewertung von SchülerInnenarbeiten. Einige der wichtigsten Vorteile, die KI im Unterricht bietet, sind:

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  1. Individuelle Unterstützung von SchülerInnen: KI-Systeme ermöglichen es Lehrkräften, die Leistungen und den Lernfortschritt jeder Schülerin und jedes Schülers genau zu verfolgen und gezielt auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen einzugehen.
  2. Personalisierung des Lernens: KI-Systeme können die Lernstile und das Wissensniveau jedes Lernenden erkennen und passende Materialien bereitstellen, um das Lernen effektiver und angenehmer zu gestalten.
  3. Automatisierung des Unterrichtsablaufs: KI-Systeme können Aufgaben wie das Korrigieren von Tests und Hausaufgaben übernehmen, was Lehrkräfte von Routineaufgaben entlastet und ihnen mehr Zeit gibt, sich auf die Interaktion mit SchülerInnen und die Gestaltung des Unterrichts zu konzentrieren.
  4. Erhöhung der Motivation: Personalisierter Unterricht und individuelle Unterstützung können dazu beitragen, die Motivation von SchülerInnen zu erhöhen und ihre Begeisterung für das Lernen zu steigern.
  5. Bessere Datenanalyse: KI-Systeme können große Mengen an SchülerInnendaten sammeln und analysieren, was Lehrkräften dabei hilft, bessere Entscheidungen über den Unterricht zu treffen und den SchülerInnen eine bessere Unterstützung zu bieten.
  6. Erhöhung der Zugänglichkeit: KI-Systeme können SchülerInnen, die aufgrund von Behinderungen oder anderen Einschränkungen Schwierigkeiten beim Lernen haben, einen Zugang zu Materialien und Unterstützung bieten, die ihnen sonst nicht zur Verfügung stehen würden.

KI-Werkzeuge im Unterricht, das Thema der Stunde

Aktuell gibt es wohl wenige Lehrkräfte, denen das Thema KI-Systeme im Unterricht noch nicht begegnet ist. Sei es in den traditionellen Medien, auf diversen Social Media Kanälen, in Fortbildungen oder sogar im eigenen Kollegium. Übrigens ist dieser Satz der zweite in diesem Artikel, der von einem Menschen verfasst wurde. Alle Worte des ersten Absatzes wurden von der vielbesprochenen Anwendung ChatGPT formuliert. Und auch das Bild wurde durch das KI-System DALL-E auf Basis von Text erstellt. Obwohl das Thema KI in der deutschen Bildungslandschaft erst seit kurzem diskutiert wird, zeigen erste Anwendungsbeispiele, dass die Technologie mehr als eine Spielerei ist und großes Potential hat, den Alltag von Lehrkräften aller Schulformen nachhaltig zu beeinflussen. Das geht bereits aus den oben aufgeführten Vorteilen der Technologie hervor, die die Künstliche Intelligenz über sich selbst aufgelistet hat. Es gibt auch eine Reihe an Lehrkräften, die mit KI Systemen in ihrem Unterricht experimentiert haben und erste Praxis-Beispiele liefern und mit der Öffentlichkeit und ihren KollegInnen teilen. Das Spektrum der Anwendungen ist dabei vielfältig:

  • Teil-Automatisierung der Email Kommunikation mit Eltern
  • Unterstützung bei der Erstellung von differenzierten Aufgabenstellungen für unterschiedliche Lernniveaus
  • Unterrichtsplanung
  • Arbeitsblatterstellung
  • uvm.

Doch bei aller Lobhudelei, die das Thema vielerorts begleitet, bleibt festzuhalten, dass diese neue Technologie Lehrkräften keinesfalls sämtliche Arbeit abnimmt noch uneingeschränkt eingesetzt werden kann. ExpertInnen sind sich einig, dass jedes Ergebnis, das von einem KI-System erzeugt wurde, kritisch geprüft werden muss. Denn die Quellen der ausgegebenen Informationen bleiben unsichtbar und intransparent. An dieser Stelle möchten wir jedoch nicht auf die Nachteile fokussieren, sondern Ressourcen und Unterrichtsmaterialien vorstellen, die es ermöglichen, sich dem Thema Künstliche Intelligenz ganz praktisch zu nähern. Einen guten Einstieg für Neugierige bietet das Webangebot des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) KI-konkret.

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Unterrichtsmaterialien zu künstlicher Intelligenz von App Camps

Eine wichtige Technologie in den meisten KI-Systemen ist Machine Learning. Dabei werden sogenannte Modelle erstellt, die mit spezifischen Datentypen trainiert werden, um dann „selbstständig“ Entscheidungen zu treffen. Der Dateityp mit dem das Modell trainiert wird, entscheidet darüber, ob das KI-System Bilder, Text, Töne usw. „erkennen“ kann.  Um diese Technologie zu entdecken und besser zu verstehen, gibt es auf App Camps bereits Unterrichtsmaterialien, mit denen ihr euren eigenen Chatbot programmieren oder mit der Bilderfassung experimentieren könnt. Schaut euch dafür gern im Themenbereich Künstliche Intelligenz auf www.appcamps.de um und wählt die Unterrichtseinheit, die zu eurer Klasse passt. Im Angebot gibt es Anwendungen für Scratch, den App Inventor oder Python.

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fobizz tools – KI Assistenz

Das KI-Assistenz Modul in den fobizz tools bietet eine Reihe spannender Möglichkeiten für den Einsatz im Unterricht:

  • Aufgaben erstellen
  • Unterrichtsentwürfe erstellen
  • Fakten sammeln
  • Texte zusammenfassen
  • Texte übersetzen
  • Text zu Bild Generator
  • Code-Generator

Aktuell wird bereits an weiteren Funktionen gearbeitet, die in Zukunft das Angebot erweitern werden. Der große Vorteil ist, wenn du die KI-Werkzeuge über die fobizz tools nutzt, musst du dich nicht bei OpenAI registrieren und deine Daten preisgeben. Für dich bedeutet das also ein Plus an Datenschutz und keine DSVGO-Probleme beim Einsatz im Unterricht. Außerdem entstehen auch keine zusätzlichen Kosten (außer deinem fobizz-tools Abo) für die Nutzung von KI-Werkzeugen, denn es ist zu erwarten, dass die Anbieter der KI-Systeme in Zukunft Bezahlmodelle einführen werden.

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Wie bedient man KI Systeme richtig?

Wie es in den Wald hinein schallt, so kommt es zurück. Dieses Sprichwort könnte man auch auf Chat Bots und andere KI-Systeme anwenden. Denn die Ergebnisse, die KI Systeme erzeugen, hängen maßgeblich von der Eingabe der BenutzerIn ab. Egal ob Text- oder Bildgeneratoren: gefüttert werden alle Programme mit sogenannten Prompts (dt. Aufforderungen). Diese Aufforderungen können ganze Sätze sein, Adjektive oder auch einzelne Stichworte, die das Ergebnis beinhalten soll.

Die Formulierung dieser Aufforderungen ist eine neue Fähigkeit, die es zu erlernen gilt, um KI-Systeme gewinnbringend in der Schule einzusetzen. Je öfter man diese Aufforderungen übt und sie bei unzufriedenstellenden Ergebnissen abändert, optimiert und schleift, desto besser wird man in deren Formulierung. Als Hilfestellung möchten wir euch deshalb einen Leitfaden empfehlen, der von Andrew Herft angelegt wurde und von Alexandre Gagné ins Deutsche übersetzt wurde. In diesem PDF Dokument mit dem Titel „Leitfaden für Lehrkräfte zur Nutzung von ChatGPT“ findet ihr konkrete Beispiele für Formulierungen von Aufforderungen für den Einsatz KI-Systemen im Unterricht.

KI hautnah erleben

Falls ihr Künstliche Intelligenz mit eurer Klasse einmal hautnah erleben möchtet, empfehlen wir euch einen Besuch des Digital Builders Showroom von Amazon Web Services in München. Dort können SchülerInnen Anwendungsfälle von Künstlicher Intelligenz praktisch erleben und mit KI-ExpertInnen ins Gespräch kommen. Alle Informationen und den Link zum Anmeldeformular findet ihr in unserem Blogbeitrag zum Thema.

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Lust auf mehr KI bekommen?

Seid ihr neugierig geworden und wollt noch mehr über künstliche Intelligenz erfahren? Dann möchten wir euch noch eine Materialsammlung vorstellen:

Materialsammlung:

  • Eine KI-Materialsammlung, die im Rahmen eines Live-Webinars von Tim Kantereit (Twitter @Herr_Ka_Punkt) für fobizz entstanden ist, auf der ihr viele hilfreiche Informationen und praktische Beispiele für dein Einsatz von KI im Schulkontext findet.

Als studierter Medienwissenschaftler interessiert sich Tom dafür, wie analoge und digitale Medien unser Leben beeinflussen. Bei App Camps entwickelt Tom Unterrichtsunterlagen und ist als Trainer aktiv.