Der Digital Summit 2021: Rückblick auf einen ganz besonderen Kongress

Am 12. Februar 2021 fand der diesjährige Digital Summit in Zusammenarbeit mit der Körber-Stiftung statt – und auch, wenn wir die Lehrerinnen und Lehrer nicht persönlich einladen und somit von Angesicht zu Angesicht sehen konnten, war es dennoch eine ganz besondere Erfahrung. Ein Digital Summit, wie wir ihn nie zuvor erlebt haben. In diesem Beitrag möchten wir ihn einmal Revue passieren lassen.

Die Vorbereitungen

Für das Publikum beginnt der Digital Summit natürlich zumeist mit der Keynote. Was dabei hinter den Kulissen abläuft, bekommt man oftmals gar nicht mit. Nach monatelangen Vorbereitungen begann unser Digital Summit Tag mit einem morgendlichen Briefing per Zoom Call,  in welchem wir den Ablauf der heutigen Geschehnisse diskutierten, uns dementsprechend miteinander koordinierten und einander vor allem noch einmal sehen konnten.

Aber auch ihr durftet euch dieses Jahr vorab auf eine Kleinigkeit freuen – nun ja, die meisten von euch. Da wir dieses Jahr leider nicht miteinander ratschen, snacken und am Ende der Veranstaltung vielleicht ein Glas Wein trinken konnten, mussten wir natürlich einen kleinen Trost schaffen. Bekanntlich sagen Bilder mehr als viele Worte, von daher:

Futures Literacy: Die Keynote des Digital Summit

„These are urgent times. Let us slow down.“

Mit diesem Zitat ihres Kollegen Bayo Akomolafe, leitete Loes Damhof den diesjährigen Digital Summit ein. Ein Stichwort, welches genauso wie die dahinterstehende Thematik kaum aktueller sein könnte. Denn Damhof befasste sich in ihrer Keynote mit folgendem Fragenkomplex: Wie sieht die Zukunft aus? Oder wie könnte sie aussehen? Und am aller wichtigsten: Wie beeinflusst das unsere Gegenwart?

Futures Literacy befasst sich mit dem Lesen, oder auch Abwägen, verschiedener Zukünfte und wie wir angemessen auf diese reagieren können. Ein Thema, welches insbesondere aktuell immer mehr Aufsehen erregt – wie könnte es anders auch sein. Warum dies das Thema ist, mit welchem wir diesen ganz anderen Digital Summit einleiten wollten, ist folglich wohl selbsterklärend. Schließlich handelt es sich hierbei auch um eine wertvolle Kompetenz, welche man Schülerinnen und Schülern mitgeben kann. Doch wie macht man das am geschicktesten?

Eine Person der LehrerInnen aus dem Publikum fragte, ob dies nicht mit Science Fiction-Büchern zu bewerkstelligen sei – schließlich befasst dieses Genre der Literatur sich mit vielen mal mehr, mal weniger wahrscheinlichen Zukunftsszenarien.

„Absolut!“, so Damhof. Immerhin handelt es sich hierbei um eine sowohl spaßige als auch spannende Methode, den SchülerInnen einen Blick in die Zukunft zu gestatten. Eines möchte Damhof dabei allerdings besonders betonen:

Versucht Diversität in diese Sci-Fi-Bücher einzubeziehen, ja? Diversität bietet uns eine andere Perspektive und ich erwähne das, da viele Zukunftsbilder uns von Hollywood, der Literatur und der Populärkultur vorgegeben werden. Aber wer hat sich diese Geschichten ausgedacht – und was repräsentieren sie? Diese Bilder inspirieren uns. Populärkultur ist somit unglaublich wichtig. Es ist dementsprechend extrem ermächtigend verschiedene Narrative zu erstellen. Black Panther zum Beispiel: Dieses Bild von Wakanda – einem innovativen, unfassbaren, fiktiven afrikanischen Land – hat wirklich geholfen das Narrativ zu verändern, was Afrika als Kontinent eigentlich ist. Nutzt diese Geschichten also, um Zukünfte zu de­ko­lo­ni­a­li­sie­ren, welche für uns alle gedacht sind.

Unternehmensbesuche und Workshops: Ein digitaler Abstecher

Auch dieses Jahr konnten die TeilnehmerInnen verschiedene Unternehmen virtuell besuchen: Adobe, OTTO, Barclaycard, der Carlsen Verlag, die Code University, Xandr, DER SPIEGEL oder Amazon Web Services gaben informative Einblicke in ihr Arbeitsleben und stellten sich den Fragen der Lehrkräfte.

Daneben fanden noch spannende Workshops zu Themen wie Podcasts oder Agiles Arbeiten statt, die oft sogar von digital affinen Lehrkräften geleitet wurden. Die einzelnen Inhalte der Workshops gibt es hier in unserem Artikel noch einmal zum Nachlesen und -sehen.

So sind nach diesem Programmpunkt viele verschiedene Einblicke entstanden, mit diversen Erkenntnissen und eventuell sogar neuen Fragestellungen aus den jeweiligen Workshops.

Zukunft lernen! Das letzte Panel des Digital Summit 2021

Loes Damhof thematisierte in ihrer Keynote bereits, dass niemand von uns die Zukunft kennen kann, da diese schlicht und ergreifend noch nicht geschehen ist. Aber wie gesagt können wir diese erwägen und lesen – doch was lernt man daraus? Und was können wir jetzt tun, um die Zukunft in eine gewisse Richtung zu schubsen, auf welche wir künftige Generationen vorbereiten können? Dieser Frage nahmen sich Maike Schubert, Schulleiterin der Winterhuder Reformschule in Hamburg, Philipp Schmidt, Director of Digital Learning am MIT Media Lab, und Tobias Krüger, Division Manager bei Otto Group, im letzten Panel des diesjährigen Summits an.

Um für die Zukunft gewappnet zu sein, sind insbesondere zwei Skills von unabdingbarer Wichtigkeit, wie die Diskutierenden einvernehmlich feststellten. Einerseits sei da die Kreativität, denn es sind die ungewöhnlichen und mutigen Ideen, welche uns voranbringen, andererseits die Anpassungsfähigkeit, denn so viele Pläne man sich auch zurechtlegen mag, sie werden nie jedwedes Szenario abdecken können. Spontan hierauf reagieren zu können und mit der Zeit zu gehen, ist Voraussetzung, um neuere Maßnahmen zu entfalten.

Bereits in der Schule müsse diese Denkweise beginnen – doch nicht bloß bei den SchülerInnen. Vielerorts wird von LehrerInnenfortbildungen geredet, doch sei die Fortbildung der Eltern nicht weniger wichtig, so Maike Schubert. Eltern müssen lernen, sich von ihrem altbekannten Bild der Schule und des Unterrichts zu verabschieden und zu akzeptieren, dass auch dies ein anpassungsfähiges Medium ist; Unterricht sei nicht weniger Unterricht, nur weil er nicht mit Tafel in einem Raum stattfindet. Oder wie Schubert an dieser Stelle so passend Kafka zitierte: „Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.“

Ein viel besseres Schlusswort hätte Tobias Krüger somit wohl auch gar nicht hervorbringen können.

Mein Appell: Fangt an. Egal ob Unternehmen, Schule, Organisationen, die Digitalisierung wird uns alle fordern. Jetzt Gedanken machen, umsetzen. Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam die richtigen Antworten finden.

Ein Pub Quiz zum Schluss

Wie gesagt verfiel dieses Jahr der obligatorische Wein zum Abschied, doch heißt das nicht, man könne miteinander nicht noch etwas Spaß haben. Dementsprechend schloss der Digital Summit mit einem virtuellen Pub Quiz, angeleitet von Tom Zimmermann und Darren Grundorf, in welchem die Lehrerinnen und Lehrer miteinander und gegeneinander in einem verrückten Ratespiel um Preise antreten durften. Es sei an dieser Stelle übrigens gesagt, dass das App Camps Team einen stolzen siebten Platz, von 17, hingelegt hat, unter anderem aufgrund unerwarteter Expertise in puncto Reißverschlüsse und Lockenwickler. Für das Siegertreppchen hat es allerdings dennoch nicht gereicht.

Nächstes Jahr geht es weiter

Wenn dies auch ein ungewöhnlicher Digital Summit war, sind wir am Ende des Tages mehr als nur zufrieden – schließlich handelt es sich hierbei um eine Erfahrung, welche man nicht alle Tag hat. So konnten auch Lehrerinnen und Lehrer ganz bequem digital teilnehmen, welche den Digital Summit andererseits womöglich nie miterlebt hätten und Unternehmen Workshops halten, welche ihren Sitz nicht in Hamburg haben. Wir hoffen selbstredend, dass die diesjährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer dementsprechend dieselbe Freude am Event hatten wie wir, doch scheinen die ersten Rückmeldungen allemal positiv.

Dennoch hoffen wir natürlich nächstes Jahr einander wieder persönlich sehen zu können, denn hierbei handelt es sich um ein Ereignis, welches man unmöglich ersetzen kann. Wir möchten uns im Übrigen noch einmal bei der Körber-Stiftung bedanken, für die erneute, reibungslose Zusammenarbeit, ohne welche der Digital Summit gar nicht stattfinden könnte. Es ist immer wieder eine Bereicherung, mit euch Lehrerinnen und Lehrern in Kontakt zu treten, sich kennenzulernen und innerhalb dieses einen Tages miteinander zu lernen und den Horizont zu erweitern. Wir freuen uns bereits das alles 2022 wiederholen zu dürfen.

In diesem Sinne: Bis zum nächsten Digital Summit!

Euer App Camps Team