Rezension des Workbooks Schüler digital begleiten

Wir als App Camps engagieren uns sehr für das Thema Medienkompetenz. Daher möchten wir euch heute das Workbook „Schüler digital begleiten“ von Leonie Lutz, Redakteurin und Gründerin von „Kinder digital begleiten“  und Anika Osthoff, Lehrerin an einem Gymnasium in Nordrhein-Westfalen, ans Herz legen.

Workbook Schüler digital begleiten

Auf knapp 150 Seiten haben die beiden Autorinnen die am häufigsten genutzten Apps der Schülerinnen und Schüler kurz und knapp beschrieben. Es gibt zu jeder App Tipps und eine prägnante Übersicht mit beispielsweise guten Accounts, denen es sich lohnt zu folgen oder Wissenswertem für Lehrkräfte und Eltern.

Außerdem gibt Anika Osthoff als Gymnasiallehrerin tolle Hinweise, wie Apps wie TikTok, Snapchat, WhatsApp etc. im Unterricht eingesetzt beziehungsweise thematisiert werden können. Dabei werden auch bei Erwachsenen oft unbekannte Apps wie Tellonym oder Discord gut erklärt.

Nach der Vorstellung der beliebtesten Apps geht das Workbook auf Gefahren und Risiken im Netz ein. Sie erklären die Phänomene Cybergrooming und Cybermobbing und geben Hinweise auf den Umgang mit Fake News. Wer auch die Begriffe Sexting, Doxing, und Fomo gut erklärt bekommen möchte, ist hier genau richtig.

Besonders freut uns das Kapitel zu „Zukunftskompetenzen“: Denn neben all dem Sensibilisieren für Gefahren, ist es auch wichtig, SchülerInnen aktiv und positiv an Digitalisierung heranzuführen. Eigene kleine Anwendungen mit Scratch programmieren, einen Roboter zum Laufen zu bringen und noch mehr – all das versuchen wir als App Camps auch mit unseren Unterrichtsunterlagen in die Klassenzimmer zu bringen. Denn das schult nicht nur Zukunftskompetenzen, sondern macht auch noch großen Spaß.

Am Ende enthält das Workbook noch viele hilfreiche Tipps zu Podcasts, Netzangeboten, YouTube-Kanälen etc. Außerdem geben sie in Zeiten von Homeschooling tolle Ideen fürs Distanzlernen mit auf den Weg.

Insgesamt ein wirklich sehr gelungenes Workbook. Ihr bekommt es zum Preis von 39,90€ unter www.schuelerdigitalbegleiten.de.

Geeignet ab Klassenstufe 3 bis zur Oberstufe.

Instagram Live Interview mit Anika Osthoff

Wir durften im Rahmen eines Instagram-Live Events Anika Osthoff (@lehrermutterleben) ein paar Fragen zu ihrem Buch, dem Schreibprozess und vor allem den spannenden Inhalten stellen. Schaut euch gerne das komplette Interview an oder lest die kurze Zusammenfassung.

Wie seid ihr auf die Idee zu eurem Workbook gekommen? 

Leonie Lutz und ich haben uns auf Instagram kennengelernt und zusammen bei dem Hackathon „Wir für Schule“ mitgemacht. Dabei entstand die Idee, dass wir das, was sie unter „Kinder digital begleiten“ schon für Eltern anbietet, in die Schule bringen wollen. Ergänzt mit Hinweisen und Tipps für den Einsatz im Unterricht. Leonie hat dabei die tiefe inhaltliche Recherche der Apps übernommen und ich die didaktische Aufbereitung.

Was ist der Vorteil eures Workbooks?

Es gibt viele gute Sachen von anderen Anbietern im Netz, allerdings sind diese oft umfangreich. Dazu fehlt Lehrkäften im Alltag meist die Zeit. Wir haben versucht, die wichtigsten Thematiken und Lernziele herauszufiltern, die man auch in kurzen Workshops oder Vertretungsstunden umsetzen kann. Denn uns ist es wichtig, dass die Themen wirklich im Unterricht umsetzbar sind.

Hast du die Themen selbst schon mit deinen Klassen bearbeitet?

Ein paar Dinge habe ich tatsächlich schon mit meinen Klassen ausprobiert, einige stehen noch aus. Mit meiner 5. Klasse habe ich zum Beispiel das Thema WhatsApp und Kettenbriefe auf WhatsApp bereits behandelt. Wichtig dabei ist es, die Eltern immer mit einzubeziehen, beziehungsweise sie zu informieren, vor allem wenn heikle Themen wie Cybermobbing und Cybergrooming im Unterricht behandelt werden.

Wir haben beim Lesen des Workbooks auch noch viel Neues gelernt: Kannst du uns Tellonym nochmal kurz erklären?

Tellonym ist eine anonymes Umfragetool, das an sich erstmal nicht problematisch ist. Aber es wird leider häufig in Mobbing Kontexten genutzt, ohne dass man weiß, wer hinter den Abstimmenden steckt.

Warum ist es wichtig, die private Mediennutzung auch in die Schule zu bringen? 

Das hat zwei Gründe. Zum einen ist es nicht ganz trennscharf. Die private Mediennutzung schwappt immer auch in die Schule. Zum Beispiel Probleme, die im WhatsApp-Klassenchat entstehen, die haben wir dann auch in der Schule.

Zweitens sehe ich mich da in der pädagogischen Verantwortung gegenüber den SchülerInnen. Denn nicht alle werden zuhause gut digital begleitet. Auch wenn es zum Glück immer mehr gibt, die schon viel Wissen von zuhause mitbringen. Allerdings erreichen wir in der Schule wirklich alle Kinder und können da entsprechendes Wissen vermitteln.

Schön fanden wir, dass ihr im Workbook nicht nur auf Gefahren hinweist, sondern auch eine positive Mediennutzung anleitet.

Ja, wir haben immer geschaut, wo können wir Positives aus der Nutzung der jeweiligen App herausstellen: zum Beispiel informative TikTok- oder Instagram-Kanäle. Ich habe zum Beispiel meinem Englisch Leistungskurs Instagram-Kanäle zum Englischlernen empfohlen. Ich finde es auch wichtig, die Lebensrealität der SchülerInnen wenn möglich in den Unterricht zu integrieren. Und: Unser Buch gäbe es ohne Instagram auch nicht ;).

Liebe Anika, vielen Dank für das schöne Interview.